Lea Sievertsen

Geschichte der stillen Schätze

Kisten voller Gold und Silber, Edelsteine oder Schmuck adliger Damen. So stellt man sich vor, was bei Kriegen im Mittelalter neben Macht und Territorien erbeutet werden konnte. Eine besondere Beute aber war diese: eine Truhe voll von wichtigsten Staatsdokumenten. Solch ein Moment, auf den man bei der Recherche nach den UrsprĂĽngen des heutigen Archivs trifft, ist dieser: FrĂ©teval 1194, wo sich die Truppen FrĂ©teval 1194, wo sich die Truppen des Königs von England, Richard  

Sarah Fricke

Von der Reliquie zum Event

Um einen Ăśberblick ĂĽber die Geschichte der Sammlung und der Entstehung von Museen zu geben, ist es sinnvoll, mit einer Definition des Sammelns zu beginnen. Krzysztof Pomian gibt diese in dem von ihm verfassten Standardwerk „Der Ursprung des Museums – vom Sammeln“. Eine Sammlung sei jede Zusammenstellung natĂĽrlicher oder kĂĽnstlicher Gegenstände, „die zeitweise oder endgĂĽltig aus dem Kreislauf ökonomischer Aktivitäten herausgehalten werden, und zwar an einem abgeschlossenen, eigens zu diesem Zweck eingerichteten Ort, an dem die Gegenstände ausgestellt werden und angesehen werden können“.   Mit der Aufnahme in eine Sammlung…

Lisa Petersen

Reklamemarke

Wie wertvoll eine Sammlung ist, hängt von ihren Objekten ab. So galt es schon im Mittelalter als besonders erstrebenswert und hoch angesehen, eines der seltenen Einhornhörner sein Eigentum nennen zu können. Ein Exponat, welches von einem so großen Mythos umgeben war, dass selbst naturwissenschaftliche Erkenntnisse zunächst nicht dessen Authentizität anzweifeln ließen. Es hieß, dass das Horn eine heilkräftigende Wirkung habe. Grund genug aus diesem Becher, hoheitliche Schmuckstücke oder Medikamente herzustellen. Die wilde und scheue Art des selten vorkommenden Tieres machte die Beschaffung des Horns besonders schwierig und den Besitz umso…

Anne Sievertsen

Verpackungspapier

Ich erinnere mich an das Jahr 1934, wenn ich dieses Papier in die Hand nehme. Damals war ich fünf Jahre alt. Ich hatte Scharlach und wurde für vier Wochen zur Erholung geschickt. Vater musste auch einige Male zur Erholung und schickte mir von dort immer Post. Deswegen musste ich schnell lernen, ihm Dankesworte zu schicken, und meine Tante Magda, die damals bei uns lebte, übte mit mir. Auf der Fahrt in das Erholungsheim lernte ich einen Jungen namens Klaus kennen. Er war in einem anderen Heim, aber auf der Hinfahrt…

Prof. Anna Berkenbusch

Rechnungsblock

Beim Stöbern in meiner Alltagsdrucksachensammlung fiel mir neben dem Blatt mit den Gestaltungsrichtlinien für die Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen-Aktiengesellschaft von 1986 auch ein kleines graues Blöckchen in die Hände, ein Mitropa-Rechnungsblock. Winzig im Format, kein Platz für üppige Gelage; grau und rau das Papier, und doch irgendwie fein mit roter Farbe bedruckt. Ob das Fundstück aus dem Speisewagen oder Autubahnraststätte stammt, kann ich nicht sagen. Für mich ist der Begriff unabdingbar mit der Transitstrecke von Helmstedt nach Berlin verknüpft; denn hier, nach langen Stunden des Wartens und Dahintuckerns auf holprogen…

Ferdinand Ulrich

PlastiktĂĽte

Mit Motiven und Logos versehene TĂĽten machen einen beachtlichen Teil alltäglicher Drucksachen aus. Sie sagen etwas ĂĽber unsere Gesellschaft und ihre Kultur aus. Nachdem wir sie ein paar Mal benutzt haben, verschwinden sie meist wieder, indem sie unseren Abfall vermehren. Das vorliegende Exemplar ist mir im FrĂĽhjahr 2012 während eines Aufenthalts in San Francisco in die Hände gefallen. Zur Beschaffenheit, Botschaft und grafischen Gestaltung der PlastiktĂĽte einige Anmerkungen:   In einem amerikanischen Supermarkt zur Kasse vorgedrungen, erhält der Kunde die berĂĽhmte Frage »palstic or paper«. In die braunen PapiertĂĽten passt…